Für ein fahrradfreundliches Schwandorf

Mit vier Radtouren durch die Stadt erkundete die ÖDP die Schwachstellen des "Radfahrnetzes" im Stadtgebiet. Mit 10 konkreten und 10 allgemeinen Forderungen an die Verwaltung soll sich Schwandorf zu einer fahrradfreundlichen Kommune entwickeln.

Antrag: Für ein fahrradfreundliches Schwandorf

Sehr geehrter Hr. Oberbürgermeister Feller, bitte legen Sie den Antrag dem Stadtrat oder dem Verkehrsausschuss zur Beschlussfassung vor. Die ÖDP im Schwandorfer Stadtrat beantragt, dass die Stadt Schwandorf folgende Schritte für eine fahrradfreundliche Kommune umsetzt.

1. Marktplatz: Das Kopfsteinpflaster ist für jeden Radfahrer eine Zumutung - wie auch für Rollstuhlfahrer und Personen, die Rollatoren oder Kinderwägen schieben. Um es für die Fahrradfahrer sicherer und einfacher zu machen, soll rund um den unteren Marktplatz ein Radfahrstreifen angebracht werden. In der Breite des Radfahrstreifens soll das vorhandene Kopfsteinpflaster durch ein glattes Pflaster (wie am oberen Marktplatz) ersetzt werden.

2. Rathausstraße Die Änderung der Fahrtrichtung in der Rathausstraße (ursprünglich baustellenbedingt!) soll wieder rückgängig gemacht werden. Nach unserer Beobachtung hat dies zu einem ausgesprochen Rundverkehr Breitestraße, Friedrich-Ebert-Str. - Marktplatz geführt und damit zu einer unnötigen Zunahme des Verkehrs in der Innenstadt, der nicht gewollt sein kann! Außerdem wird zusätzlicher Verkehr von Westen her angezogen, der nicht zum Marktplatz, sondern in die sonstige Innenstadt will. Auch werden die schwierigen Verhältnisse in der Breite Straße dadurch noch besonders verschärft."

3. Friedrich-Ebert-Straße: Mit der Umgestaltung / Verkehrsberuhigung der Friedrich-Ebert-Str. soll ein Radfahren gegen die Fahrtrichtung ermöglicht werden. Dazu sollte ein Radfahrstreifen angebracht werden. Im Zuge des Umbaus der Friedrich-Ebert-Str. regen wir hier mindestens eine Tempo 30 Zone wie auch das Anbringen von Bodenwellen oder ähnlichen baulichen Maßnahmen an, damit die Autofahrer automatisch langsamer fahren.

4. Naabuferstraße: Der bisherige Fußweg, mit Erlaubnis für Radfahrer auf der Naabseite, lässt sich ohne viel Aufwand in einen kombinierten Geh-Radweg ausbauen. Im wesentlichem muss dazu die Engstelle an der Bushaltestelle beseitigt werden. Auf der Stadtseite ist ein Fahren auf dem Gehweg zu gefährlich, da man direkt an den Hauseingängen vorbei fährt. Bevorzugte Variante: Versetzung der beiden Bäume auf die andere Seite des Bushäuschens. Gleichzeitig sollte das Bushäuschen um ca. I m von der Haltestelle weg Richtung Ettmannsdorf versetzt werden.

5. Augustinstraße: Auf der Einbahnstraße kann man jetzt relativ gefahrlos mit dem Verkehr mitfahren (Tempo 30). Ein Fahren gegen die Fahrtrichtung ist auf dem breiten Gehsteig, auf der nördlichen Seite, relativ problemlos möglich. Wir beantragen deshalb hier einen kombinierten Geh- und Radweg sowie eine Freigabe für den Fahrradverkehr entgegen der Fahrtrichtung. Wegen des relativ geringen fußläufigen Verkehrs kann eine Behinderung durch die Bäume bei der Kreuzung mit der Höflingerstr. hingenommen werden.

6. Bahnhof: Der benötigte Platz für einen überdachten und abgesperrten/gesicherten Fahrradabstellplatz ist zwischen dem bestehenden Abstellplatz und den Bahngleisen vorhanden. Es bliebe noch genügend Platz für den fußläufigen Verkehr. Die Forderung nach einem derartigen Abstellplatz, wie er zunehmend auch anderen Orts gefordert und auch verwirklicht wird, sollte in Verhandlungen mit der Bahn mit eingebracht werden. Der frei zugängige bisherige Abstellplatz sollte gegliedert und mit Halterungen zum Festmachen der Fahrräder versehen werden, um das bisherige chaotische Abstellen (und teilweise Herumliegen der Fahrräder) in den Griff zu bekommen. Auch würden diese Maßnahmen mehr Sicherheit vor Diebstählen mit sich bringen. Beim behindertengerechten Ausbau des Bahnhofs sollte auch das Fahrrad berücksichtigt werden. Damit man leichter mit dem Rad zur Unterführung gelangt, sollte eine lange schiefe Ebene neben der Treppe verlaufen. Der Platz dafür ist in Schwandorf da. Alternativ bringt auch ein Aufzug die Lösung des Problems. Wir befürworten den Ausbau der Unterführung hinüber zu einem weiteren Pendlerparkplatz in der Egelseer Straße. Wenn die Unterführungslösung nicht möglich ist, muss ein Steg über die Gleise behinderten- und fahrradgerecht sein.

7. Pesserlstraße: Zwischen Bahnhof und Adenauerbrücke bis zum bestehenden neuen Mini-Radweg sollte auf beiden Seiten ein kombinierter Geh-Radweg angelegt werden. Da genügend Bahngrund dafür vorhanden ist, muss auch dies bei den Verhandlungen mit der Bahn gefordert werden.

8. Bahnhofstraße: Bei der Neugestaltung wurde der Radfahrer komplett vergessen. Die Gehwege sind für ihn nicht geeignet. Richtung Bahnhof soll ein Schutzstreifen angebracht werden. Ob er auch in Richtung Innenstadt möglich ist, möge die Verwaltung überprüfen.

9. Steinberger Straße: Um leichter von der Steinberger Str. kommend - bei der REWE-Ampelanlage - links in die Unterführung einfahren zu können, muss die Schräge zur Auffahrt auf den Geh- u. Radweg um mehrere Meter weiter Richtung Unterführung verlängert werden.

10. Kloster- u. Dr.-Martin-Luther-Str.: Bei der geplanten Sanierung der Dr.-Martin-Luther-Str. und der Klosterstraße muss gleich an einen Fahrradverkehr gegen die Fahrtrichtung gedacht und dies bei der Anordnung von Bäumen usw. berücksichtigt werden. In der Klosterstraße soll im Zuge der Sanierung ein Radfahrstreifen angebracht werden.

11. Allgemeine Forderungen an die Verwaltung:

- Vorlage und Umsetzung eines Plans, welche Straßen im Stadtgebiet sich noch für die Anbringung von Radfahrstreifen und Schutzstreifen eignen - Überprüfung sämtlicher Einbahnstraßen, ob eine Freigabe entgegen der Fahrtrichtung für Radfahrer möglich ist, so wie in Regensburg geschehen. - Prüfung aller Ausfahrtstraßen auf eine durchgehende Radwegeführung

 - Attraktivere Ampelschaltung für Radfahrer (z.B. bei Einmündung Güterhallenstraße in die Ettmannsdorfer Straße) - Schaffung von Fahrradabstellplätzen mit Ladestation für E-Bikes - Die Mitnahme von Fahrrädern im Citybus soll ermöglicht werden

- Bestehende Fahrradabstellplätze im Stadtgebiet prüfen und einen Bedarfsplan erstellen - Bei den Verkehrsplanungen muss zukünftig mehr an die Radfahrer und Fußgänger gedacht werden. Häufig werden sie von Laternen, Bäumen und Verkehrszeichen behindert, weil sie zu sehr in der Fahrbahn stehen. Deshalb soll ein Radverkehrsbeauftragter in der Verwaltung ernannt werden

- Schwandorf soll sich zur Fahrradstadt entwickeln und Mitglied bei der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern werden. Näheres unter www.agfk-bayern.de

- Wir bitten um rasche Prüfung unserer Vorschläge und wo möglich um schnelle Umsetzung vor allem der Punkte, die ohne großen Kostenaufwand zu verwirklichen sind. Wir bitten um Vorlage eines Aktionsplans, in welchen Zeitraum die genannten Projekte umgesetzt werden sollen. Diese sollten spätestens zum Ende der Wahlperiode verwirklicht sein.

Begründung: Für immer mehr Menschen ist das Fahrrad nicht nur ein häufig genutztes Verkehrsmittel in der Freizeit, sondern es ist auch zunehmend als Verkehrsmittel im Alltag für kurze Strecken im Einsatz. Diese Entwicklung ist positiv, denn Radfahren hält fit, entlastet den Verkehr in unserer Stadt, schont die Umwelt sowie das Klima und reduziert die Abnutzung unserer Straßen. Es gilt, diesen Trend zu unterstützen und zu verstärken, in dem wir die Infrastruktur für Radfahrer verbessern. Auch für die Verbesserung der Lebensqualität in Schwandorf und dem Image der Stadt ist dies förderlich. Mit freundlichen Grüßen Alfred Damm ÖDP-Stadtrat


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