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Arnold Kimmerl: "Ich habe eigentlich mit allem gerechnet"

Erste Trauung die bisher schönste Amtshandlung des Pfreimder Bürgermeisters - mit dem Fahrrad zu vielen Terminen

Pfreimd. Er wurde mit einem überwältigenden Vertrauensbeweis an die Spitze der Stadt Pfreimd gewählt, ist der einzige ödp-Bürgermeister in der Oberpfalz: Arnold Kimmerl trat am 1. Mai die Nachfolge von Albert Maier an. Heute ist er 100 Tage im Amt. Die NT-Redaktion stellt ihm dazu einige Fragen.

 

Hatten Sie Startschwierigkeiten?

 

Das ist natürlich eine Umgewöhnung - vom Förster, dessen Revier der Wald ist, zum Chef einer Stadtverwaltung. Ich habe andere Bürozeiten, andere Zeitabläufe, muss mich in Etatpläne einarbeiten und die Übersicht über alle Abläufe und Mitarbeitertätigkeiten behalten. Doch da muss man eben durch.

 

Nennen Sie uns Ihr Rezept für eine gute Zusammenarbeit mit den Bürgern und dem Stadtrat.

 

Das ist eine offensive Informationspolitik. Nur informierte Stadträte stehen auch hinter den Projekten. In der Verwaltung ist das genauso. Ich bespreche Themen, mit welchen mehrere Abteilungen befasst sind, gerne in einer Gesprächsrunde. Da fließen mehr Ideen ein und alle wissen auch gleich Bescheid.

 

 

Welche Schwerpunkte prägen ihr Amt derzeit?

 

Das ist momentan die A6. ein Großteil meiner täglichen Arbeit dreht sich um Restarbeiten, Feldwegeausbau, Grenzvermessungen und die geplanten Aktionen im Vorfeld der Eröffnung. Der Lückenschluss des Naabtalradweges steht an, neue Wanderkarten und Wegemarkierungen müssen in Angriff genommen und die richtigen wirtschaftlichen Weichen in der Kooperationsgemeinschaft der Gemeinden an der A6/A93 gestellt werden.

 

Womit haben Sie bei ihrer Entscheidung für das Bürgermeisteramt nicht gerechnet?

 

Ich habe eigentlich mit allem gerechnet. Immerhin war ich schon 24 Jahre Stadtrat. Nur eines ist mir doch sehr nahe gegangen: Der Tod unseres Ehrenbürgers und Gründer des größten Pfreimder Unternehmens, Hans Wilden. Ich musste meine erste große Traueransprache halten. Das hat mich emotional doch sehr berührt.

 

Jeder Bürgermeister hat sein eigenes Profil. Was unterscheidet Sie von ihrem Vorgänger Albert Maier? Was führen Sie weiter?

 

 

Ich setze in meiner Arbeit angesichts der extremen Öl- und Gaspreise einen Schwerpunkt auf die Energieversorgung. Mit einem durchdachten Konzept können wir Geld sparen, die Umwelt schonen und effektiv etwas für die regionale Wirtschaft tun. 50 bis 60 Prozent des Geldes bleiben so in der Region. Bevor ich es den Ölscheichs oder den Gasproms zahle, gebe ich es doch lieber in der Heimat aus. Mit der energetischen Sanierung der Schule wird bereits im November begonnen. Für unsere Stadt würde ich mir eine Anlage wie in Wolnzach wünschen, eine Kombination aus Hackschnitzelheizung und Blockheizkraftwerk. In diese kommunale GmbH könnten sich dann auch Bürger einklinken.

 

Was haben sie von Bürgermeister Albert Maier übernommen?

 

Ich bin ihm sehr dankbar, dass er mich bei Wirtschaftsunternehmen und Behörden eingeführt und in laufende Verwaltungsgeschäfte gründlich eingewiesen hat. Somit wurde mir ein nahtloser Übergang ermöglicht. Die Kontakte zur Wirtschaft und zu den Vereinen - das ist mir sehr wichtig.

 

 

Was war bisher Ihre schönste Amthandlung?

 

Meine erste Trauung. Es war für das Brautpaar und für mich ebenso das erste Mal.

 

An was "arbeiten" sie noch?

 

Daran, die Flut von Informationen, die täglich bei mir landen, zu verarbeiten und bei Bürgern mit unterschiedlichem Naturell und unterschiedlichen Anliegen stets die richtige Entscheidung zu treffen. Aber ich bin vielseitig und offen für alles.

 

Wie hat sich ihr Zeitplan verändert?

 

Die Mittagszeit fällt oft aus. Ich habe regelmäßig Abend- und Wochenendtermine. Doch es macht mir Spaß. Ich stecke meine Nase gerne überall rein. Nur so können auch gute Lösungsansätze gefunden werden.

 

Sie sind passionierter Radfahrer - auch bei offiziellen Terminen?

 

Bevor ich mich aufs Trimmgerät stelle, radle ich lieber, auch den Weg zur Arbeit oder zu Terminen in der Schule, im Altenheim oder zur Untersteinbacher Kirwa. Mit dem Rad kann ich schnell mal anhalten, mit den Leuten über ihre Anliegen reden. Man ist näher am Bürger.

 

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